Zweiter Skandinavien Roadtrip 2022: Nordkap

Sonntag 07.08.2022 – Vorbereitung

Am selben Abend nach dem Castlefest, packe ich auf dem Camping soweit alles zusammen, damit ich Montag Morgen früh auschecken und losfahren kann.

Rasch lade ich die Karte und notiere auf Papier die wichtigsten Wegpunkte. Bergen kann ich leider nicht besuchen, dafür will ich unbedingt nach Mo I Rana. Beim Abchecken der Benzinpreise in Finnland entdecke ich eine Tankstelle, bei der das Benzin 2.54€/L kostet. Hoffentlich ist das nur eine Ausnahme.

Der Weg zum Nordkap ist lang, also gehe ich frühzeitig schlafen.

Montag 08.08.2022 – Jetzt geht’s los

Endlich ist es so weit. Aufstehen, duschen, Auto fertig beladen und Check-Out. 

Mit gerade genug Benzin im Tank, dass es bis nach Deutschland reicht, fahre ich los. Wobei einen kleinen Abstecher nach Amsterdam gönne ich mir trotzdem, um ein Foto der Grachten zu schiessen, damit ich das weitergeben kann. 

Grachten
Grachten

Nach dem Single Foto-Shoot geht es weiter. In Deutschland fahre ich von der Autobahn ab ins erste Dorf und fülle den Tank.
Vom ersten Skandinavien-Roadtrip weiss ich noch, dass Benzin in Holland teuer, und in Deutschland günstig ist, und in Schweden nochmal ein ganzes Stück günstiger. Die Benzinpreise in Norwegen bereiten mir aber jetzt schon Bauchschmerzen.
Der Preisunterschied von ca. 15 Cent/Liter rechnet sich dann doch bei fast 80 Litern; das ist ja immerhin ein Frühstück. Weiter gehts in den nächstbesten Lidl um das soeben gesparte Frühstücksgeld für ein Schoko-Croissant auszugeben, das es so in Holland nicht gibt.

Die Fahrt geht voran. Einige Zeit vor Mittag komme ich in Münster an. Nach einer kurzen Google Abfrage, navigiere ich zu Wok Hoang, ein Schnellimbiss neben einem Supermarkt. Die Bewertungen zeigen, dass er ok sein soll, mehr aber nicht. Die Auswahl überzeugt, die Preise sind fair, also bestelle ich 3 verschiedene Teller. An den negativen Bewertungen im Internet zweifle ich jetzt schon sehr. Ein paar wenige Momente später erhalte ich das Essen serviert. Schöne Portion und guter Duft regen den Appetit noch mehr an. Nach dem Essen, kann ich die negativen Bewertungen überhaupt nicht verstehen. Das Essen war super, der Koch freundlich, und die Preise sehr ok. Ich kann diesen Schnellimbis nur empfehlen!

Gestärkt, oder eher mit vollem Bauch, geht es weiter Richtung Ostsee. Spektakulärlos geht die Fahrt weiter. In Heiligenhafen, kurz vor Puttgarden, tanke ich nochmals voll um nicht teuer in Dänemark tanken zu müssen. In Puttgarden löse ich das Fährticket nach Rødbyhavn. Wieder 100€ für 40 Minuten fahrt, wahnsinn, und wieder gibts auf der Fähre Pappschnitzel und Plastikpommes; das sieht immer noch aus wie von Tricatel (wer es immer noch nicht kennt, wird hier schlauer: IMDB oder OFDb), und wer weiss, vielleicht sind es ja die gleichen SchniPo vom letzten Jahr.

Auf dänischem Boden gehts dann wieder weiter Richtung Kopenhagen. 20 Kilometer vor der Stadt finde ich einen Parkplatz. So kann ich dann doch noch rasch die Zähne putzen und das Bett bereit machen für eine angenehme Nachtruhe. Wobei angenehm anders geht, da ich so ziemlich alleine auf diesem Parkplatz bin, und nichts und niemand drumherum ist.

Dienstag 09.08.2022 – Entering Scandinavia

Ab 6 Uhr morgens ist der Parkplatz ziemlich belebt. Es ist ein kommen und gehen. Die ganze Zeit kommen Autos an, laden Menschen ab, knallen Türen zu, dann besteigen diese Menschen andere Autos und Busse und verschwinden wieder. Ein paar Minuten später das Gleiche.
Ab 7 wirds dann doch wieder ruhiger. Zeit zum Aufstehen.

Im Jahr vorher hatte es viel Morgenverkehr in Richtung Stadt und ich wollte auf keinen Fall hineinfahren.

Diesmal wage ich es trotzdem, denn ich will doch die kleine Meerjungfrau sehen. Nach einem Zwischenstopp im Getränkeladen finde ich den Park wo die Statue am Meer aufgestellt ist.

Leicht verwirrt stelle ich fest, dass die “Kleine” Meerjungfrau wirklich klein ist. Ich hatte mir schon eine etwas grösseres Statue vorgestellt; nicht Sphynx-Grösse, mehr so wie die Venus von Milo. Naja, das erinnert an den Manneken Pis, alles zu klein geraten. Die Aussicht ist mehr oder weniger schön und ich verweile um das zu geniessen.
Leider schwindet meine Geduld sehr schnell, also steige zurück ins Auto und fahre weiter Richtung Schweden.

Die Fahrt über die Øresundsbron ist wieder mal ein Erlebnis für sich. Dieses Mal aber gibt es eine Überraschung. Am schwedischen Zoll wartet eine übereifrige Beamtin die mir viele Fragen zum Auto stellt und es dann durchsuchen will. Mit ihren Kollegen räumt sie das Auto regelrecht auf Links um. Alles wird kontrolliert: Handschuhfach, Notizen, Seitenfächer, Geldbeutel, Kofferraum, Dreckwäsche, Campingsachen; richtig unangenehm. Auch wenn sie vorgeben gründlich zu sein, schauen sie trotzdem nicht ins Reserveradfach, und schon gar nicht in die grosse Dachbox.

Nach der Durchsuchung gibt sie mir wortlos aus der Distanz per Handzeichen verachtend zu verstehen, dass ich verschwinden soll. Eigentlich will ich melden, dass die bei ihrer Tätigkeit meine Sonnenbrille kaputtgemacht haben. Aber wegen den 10$ für die Brille, und wegen ihrer miesen Laune, fahre ich lieber weiter. Keine Lust der Prügelknabe zu sein, nur weil sie absolut nichts illegales im Auto gefunden hat.

Weiter gehts endlich zum IKEA in Malmö wo saubere Toiletten und ein leichtes Frühstück auf mich warten. Daneben ist dann praktischerweise die günstige Tankstelle.

Gegen Mittag fahre ich in Landskrona zufälligerweise an ein Asia Buffet heran, das Sisi Restaurang. Der Preis ist gut, und die Auswahl schmeckt mir; ich bin ein einfacher Mensch.
Nach dem Essen geht es auch schon wieder weiter. Next Stop ist das Nordby Shoppingcenter, doch vorher gibt es einen Zwischenstopp in Strömstad. Da finde ich die Bucht so schön, so eine richtige Pirate Bay.

Das Nordby Shoppingcenter, ist die letzte Möglichkeit in Schweden einzukaufen, die letzte Möglichkeit überhaupt etwas günstiges zu kaufen. Getränke habe ich nun aufgefüllt, aber mit dem Flaschenpfand sind diese doch teurer als in der Schweiz (Notiz an mich für zukünftige Reisen!).

Weiter gehts nach Norwegen. Diesmal ohne COVID-Stau an der Grenze. 

Über die Autobahn, durch die schöne norwegische Landschaft, fahre ich selbstsicher an Oslo vorbei; das habe ich doch schon gesehen;. Weiter Richtung Lillehammer. Mittlerweile ist es dunkler geworden und es hat angefangen zu regnen, aber beim Fahren entlang des Sees sind die Sprungschanzen trotzdem ersichtlich. Es ist das erste Mal, dass ich etwas olympisches sehe.
Während der Fahrt merke ich wie sich der Innenraum extrem aufheizt. Die Hitze kommt von unten, wahrscheinlich von der Auspuffanlage. Etwas besorgt bin ich schon, weil kühler wirds nicht. Dann leuchtet noch die Motorlampe. Verdammt, das Auto war doch grad im Service. und wegen dem ganzen Stress über die Hitze, passe ich kurz nicht auf und biege ab, wie das Navi will. So fahre ich nun über einen Pass, mit Schneeregen und auf Sommerreifen. Einfach nicht daran denken. Wenn ichs nicht weiss, kann mir auch nichts passieren, lautet mein ignoranter Ansatz. Ändern kann ichs sowieso nicht, und der Schnee bleibt auch nicht auf der Strasse; dafür ist es mit 8°C zu warm. Also mit Vollgas und Motorkontrollleuchte weiter was auf der Passstrasse bei diesen Bedingungen möglich ist. Das Licht der Offroadlampen bringt wenig, da der Schnee zu viel reflektiert. Während dieser gefühlten Ewigkeit, und der ständigen Angst das Auto könnte im Nirgendwo liegen bleiben, komme ich doch noch im Tal unten wieder an. Bei der Tankstelle wird vorsichtshalber aufgefüllt. Die gelbe Motorlampe kommt trotzdem wieder. Ein Blick aufs Navi verrät mir, dass ich abgebogen wurde weil der Weg ein paar Minuten schneller war als die E6. Also gehts weiter, und siehe da, ich finde den Anschluss auf die E6 wieder.
Um etwa 2 Uhr Nachts finde ich mich auf einem Rastplatz wieder. Der ist zwar voll Lastwagen, aber für mein kleines Auto hats trotzdem Platz. Wieder Zähne putzen und Liegefläche bereitmachen.
Guten Nacht, das war ein laaanger Tag, mit viel und lang fahren, aber mir gefällts.

Mittwoch 10.08.2022 – E6

Der Morgen fängt sehr angenehm an, zwar ein wenig kühl, aber die Gegend ist sehr schön. Die Strasse ist in einem Tal, neben einem Bach, sogar ein Zug fährt vorbei. Ich fühle mich fast wie in der Schweiz. Das Auto wird wieder vom Schlafwagen zum Reisewagen umgebaut. Darin finde ich noch ein wenig Brot, Käse und O-Saft vom Vortag.
Die gelbe Motorlampe leuchtet nicht mehr, ich bin beruhigt. Wenig später rolle in Trondheim ein. Wegen fehlender Vorbereitung bin ich fantasielos und fahre zum Nidarosdom, die gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Leider ist sie fürs Publikum geschlossen. Was solls; ein paar Fotos von aussen tuns auch. Eventuell hätte es mehr zum Bestaunen, aber Trondheim bleibt trotzdem eine Stadt unter vielen, und die sehen alle etwa gleich aus.
Ok, Stadt gesehen und weiter gehts.

Weiter auf der E6 fahre ich gemütlich zwischen den Wäldern und entlang von Seen weiter bis zum Nordlandsporten. Die Einfahrt in den Norden geht durch ein echtes geschmücktes Portal. Ich halte fürs Foto an. Es gibt kein Auto, es ist ruhig, ausser dem White Noise der von den Wäldern kommt. Es riecht nach Regen und Wald; eine absolut schöne und beruhigende Atmosphäre. Ausser einem Touristenshop, gibt es nichts, und etwas zu überteurten Preisen zu kaufen, werde ich nicht. Also muss ich wohl oder übel weiterfahren. Es gibt weiter Regen; die Fahrt durch die Landschaft ist wirklich angenehm.

Fast 4 Stunden später komme ich endlich in “Mo i Rana” an. Seit der Blitzvorbereitung, wollte ich hier unbedingt halten. Es ist schon Abend, ich habe hunger und mag nicht ins Steakhouse gehen, da mir die Preise für Fleisch Angst machen. Also finde ich ein einfaches Lokal. Beim Anblick der Preise für eine Suppe oder einen Teller Spaghetti vergeht mir der aber Hunger ziemlich schnell; im Steakhouse hätte ich wohl eine Herzattacke gehabt. Ich entscheide mich also den Supermarkt zu besichtigen, an dem ich kurz vorher vorbeigefahren war.

Auch wenn mir der Name der Stadt gefällt, weiss ich nicht was ich da noch anschauen soll. Zudem ist es kühl und es regnet. Also weiter auf der E6.
Die Landschaft wird karger, aber immer noch aufregend. Es ist schon 21:30 als ich im Polarsirkelsenteret (Arctic Circle Center) ankomme; trotzdem ist es noch hell. Viel gibt es dort wieder nicht, ausser ein paar überteuerte Jacken zum Kaufen. Das obligatorische Foto darf natürlich nicht fehlen, auch wenn es immer kälter wird.

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Danach geht die Fahrt weiter und die Strasse macht ein grosses U um eine Bucht. Am anderen Ende vom U gibt es einen Parkplatz mit der schönen Aussicht auf die Bucht und das Fjord. Man kann die Lastwagen auf der Gegenseite sehen und die Minuten zählen, bis sie an einem vorbeirauschen, da auch sie dem U folgen. Wieder wird das Auto umgebaut und ich begebe mich ins Reisebett, obwohl es Mitternacht ist, ist es nicht wirklich dunkel. Ich weiss jetzt schon, dass ich diese Reise nochmals machen will.

Donnerstag 11.08.2022 – Vor dem Nordkap

Nach einer erholsamen Nacht im hinteren Teil, wird das Auto aufgewärmt und zur Weiterfahrt vorbereitet. Ich verlasse die schöne Bucht und setze meine Reise fort.
Um 09:00 ist die Strasse in Bognes zu Ende und man ist gezwungen eine Fähre zu nehmen. Die Wartezeit ist kurz, und die Überfahrt nach Skarberget in 30 Minuten geschafft. Dieser Weg ist bestandteil der E6. Wer das Wasser nicht mag, kann diesen Teil umfahren, das geht scheinbar nur über Schweden und kostet mehrere hundert Kilometer; also ist das sicher keine Option, ausserdem will ich den Scenic-Drive über die E6.

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Von Skarberget geht es weiter. Nach fast einer Stunde fahre ich wieder ein U um eine Bucht und komme an das Kriegsmonument von Narvik; zudem ist es ein Zwischenstop mit schöner Aussicht. Nach dem Studium der Inschriften auf den Panelen, begebe ich mich wieder auf die E6. Auch wenn die Strasse eine E-Nummer ist, wirklich breit ist sie nicht. Sie wirkt mehr wie eine Nebenstrasse, aber das macht die Reise doch so gemütlich.

Immer wieder sehe ich Schilder für Husky-Farmen. Wenn diese Farmen im gleichen Zustand sind wie ihre Schilder an der Strasse, befürchte ich Schlimmes. Auch sonst, ist das Interesse klein eine Hundefarm zu besuchen. Falls die so sind, wie die im Fernsehen gezeigten Hundefarmen, wo die Hunde am Boden angekettet sind und sich quasi selbst überlassen werden, möchte ich dieses Leid nicht unterstützen.

Nach fast 7 Stunden und 500km erreiche ich Alta, eine weitere Stadt im Norden, sogar mit Flughafen. Ausser der Tankstelle, habe ich nicht wirklich Lust etwas anzuschauen, und fahre weiter.

Nach Alta wird es einsam. Erst kommt ein längerer Anstieg, und an einer Lichtung steht ein Sámi-Shop. Vielleicht bei der nächsten Reise, denn irgendwie habe ich gerade kein Verlangen auf Souvernirs und fahre respektlos daran vorbei. Dann folgt die Fahrt über ein Plateau. Links und rechts von der Strasse ist Tundra, und ich frage mich ob der Boden morastig ist und ich einsinken würde, so quasi vom Erdboden verschluckt werden. Viel Verkehr gibt es auch nicht und die gelbe Motorlampe leuchtet schon wieder mehreren Stunden. Beim Anblick der fast menschleeren Gegend habe ich nun Bammel. Was passiert wenn das Auto liegen bleibt? Ich bin Stunden entfernt von einer seriösen Garage. Ich will gar nicht daran denken wie lange das Pannenfahrzeug hätte bis es mich erreicht. So viel Proviant habe ich nun auch wieder nicht. Hoffentlich explodiert der Motor nicht, was ja nicht das erste Mal wäre.
Nach über 100km Tundra und über einer Stunde Fahrt, geht es langsam hinunter. Es gibt Rinnsale, Sträucher, vereinzelt Bäume. Bei einem Haus halte ich an und fotografiere die Rentiere. Ich hoffe die Bewohner halten mich nicht für einen Dieb und erschiessen mich nicht; man weiss ja nie. Den Rentieren nähere ich mich natürlich nicht zu sehr, theoretisch sind die wild, und überhaupt. Man kennt es ja von Kühen in der Schweiz, die ab und an Menschen angreifen.

Langsam nähere ich mich wieder der Zivilisation, denn es gibt endlich mal ein Strassenschild. Ich biege links ab auf die E69 Richtung Honningsvåg und Nordkap. Nun ist das Meer auf meiner rechten Seite. Plötzlich habe ich das Gefühl, dass sich die Fahrt unendlich in die Länge zieht. Es ist schön, keine Frage, aber langsam habe ich genug für heute. Um 21:30 komme ich dann endlich in Honningsvåg an. Ich informiere mich übers Nordkap und sehe, dass ich die Öffnungszeiten verpasst habe. Ein wenig genervt, kaufe ich im Supermarkt etwas zu essen. Da fällt mir auf, dass auch wenn es verboten ist den Motor beim stehenden laufen zu lassen, machen das die Menschen hier trotzdem; natürlich nicht alle. Es ist eben kalt draussen, und der Nordwind bringt auch nicht viel Wärme mit.

Ich suche mir einen Schlafplatz. Es ist leicht dunkel, aber nur weil es bewölkt ist und regnet. Dazu geht der eisige und starker Wind; mein Auto wird non-stop durchgeschüttelt. Zu geizig für ein Hotel, fahre ich an den Ortseingang zurück und bereite mich auf die Nacht vor. Der Wind immer noch stark; und ich könnte nicht exponierter sein. Zwar habe ich Aussicht auf das Meer und freue mich schon auf den Sonnenaufgang, aber auch wenn das Auto gut abgedichtet ist, zieht der Wind trotzdem hinein. Ich entscheide mich kurzerhand das Auto aufzuwärmen und starte den Motor im Leerlauf, wie die lokale Bevölkerung. Da keine Häuser in der Nähe sind, dürfte niemand reklamieren. Nach 10 Minuten leerlauf ist es im Auto wieder warm, und der Motor wird gestoppt. Keine 2 Minuten später ist es wieder eisig kalt. Ich glaube nicht, dass ich den Motor wieder anstellen sollte und verkrieche mich unter meine Decke und ärgere mich immer noch über die verpasste Öffnungszeit.

Freitag 12.08.2022 – Nordkap

Trotz eisigem Wind schlafe ich dann doch 8 Stunden. Zwar immer mit der Befürchtung, dass Polizei oder ungebetene Gäste auftauchen, weil mein Auto so alleine auf einem Platz ist. Aber nichts war passiert, und auch die Nacht blieb relativ hell. Der kalte Wind weht immer noch. Während ich umbaue und mich vorbereite, läuft der Motor schon. Eine Herde Rentiere überquert die Strasse, wobei Eins verletzt zu sein scheint, das arme Tier.
Zügig mache ich mich auf den Weg zum Nordkap. Erst fährt man neben dem Meer, dann wieder Tundra. Es hat dann noch ein paar wenige Verrückte, die mit dem Velo unterwegs sind. Der Wind ist aber teilweise so startk, dass sie schieben müssen.
Nach 45 Minuten kommt das Parkhäusschen. Ein wenig genervt, dass man jetzt noch Eintritt zahlen sollte, winkt micht die Dame durch ohne mich zu beachten. Da der Wind extrem stark ist und an der Dachbox zerrt, parkiere ich neben den Containern, muss aber darauf achten, dass die Klappen nicht auf das Auto knallen. Ich laufe ins Visitor Center, wo ich umgerechnet stolze 35€ Eintritt zahlen muss. Und erst jetzt kapiere ich, dass die Öffnungszeiten hierfür waren, und nicht für das Nordkap selbst. So ein Scheiss. Im Center gibt es in unteren Teil eine Art Museum über das Nordkap, und was historisch alles dabei passiert ist. Auf den Toiletten gibt es für die 35€ nur kaltes Wasser aus dem Warmwasserhahn; komplette Verarsche. Im Restaurant nehme ich doch eine warme Schokolade und konsumiere mein mitgebrachtes Essen. Es ist sowieso kaum jemand im Restaurant, und die anderen machen es auch so. Immer wieder knallen Kieselsteine an die übergrossen Fentsterscheiben.

Nordkap mit Monument und Visitor Center
Nordkap mit Monument und Visitor Center

Glücklicherweise ist ein französisches Pärchen auch draussen, so dass ich es beauftragen ein Foto zu schiessen.

Trotzdem wage ich mich nach draussen für das Foto am Monument. Es fliegen mir immer wieder Kieselsteine ins Gesicht. Mit französischen Touristen kauern wir auf der Windschattenseite und machen die Kameras bereit, denn es muss schnell gehen, der Wind ist kalt und stark. Netterweise machen sie noch ein Foto von mir, sonst hätte ich nichts vorzuweisen.
Über die Brüstung schauen bringt nicht sehr viel, weil man einerseits kaum etwas sieht, und der Wind wird von den Klippen unten regelrecht nach oben gedrückt.

Ich wärme mich im Center nochmals kurz auf und verlasse es wieder. Vor der Türe empören sich 2 Italiener auch über den Eintrittspreis und fragen sich ob sie wirklich ins Center wollen. In meinem schlechten Intalienisch, erkläre ich ihnen, dass sie sich das Geld sparen können. Sie zotteln ab, und ich auch. Im Auto will ich dann doch an die Brüstung heranfahren um eventuell ein Foto zu machen. Der Wind ist so stark, dass die Dachbox anfängt zu knacken. Da ich Angst habe, dass sie abreisst, fahre ich zurück, und nehme wieder die Strasse nach Honningsvåg.

Weiter gehts in den Süden. Die Landschaft wird immer grüner und die Bäume langsam höher und grösser. Nach 4 Stunden fahre ich über die Grenze nach Finnland. Von da ist die Landschaft ganz anders, man hat das Gefühl im Wald zu fahren. Mal Tannenwälder, mal Birkenwälder. Auf einem Parkplatz an einem See muss ich eine Pause einlegen und schlafe ein. 2 Stunden später geht es gemütlich weiter. Gegen 19:15 komme ich in Inari an, wo es wieder einen Tankstop gibt. Später erreiche ich noch Ivalo, wie aus der gleichnamigen Serie. Die Freude an Ivalo ist schnell verflogen, da es hier eigentlich so gar nichts gibt. Kurz vor Mitternacht, wo die Sonne langsam untergeht, halte ich am Rastplatz bei Alanampa. Die Aussicht auf den See ist sehr schön und ich schau der Sonne zu wie sie untergeht. Gegen 00:30 ist es zwar soweit, aber nur knapp unter den Horizont. Dann hauts mich weg.

Samstag 13.08.2022 – Nord-Süd durch Finnland

Als die Sonne schon wieder hoch am Himmel ist, wache ich auf. Denn es ist 2°C und ich friere gewaltig. Ausserdem ist es trotz hohem Sonnenstand nicht Mittag, sondern erst 2 Uhr morgens. Super. So verkrieche ich mich in den Kofferraum und decke mich zu um weiter zu schlafen.

Um 7:00 stehe ich endgültig auf, und es ist immer noch kalt. Der Motor wird gestartet um aufzuwärmen. Beänstigt schaue ich mich immer wieder nach der Polizei um, falls sich jemand vom Motorlärm gestört fühlt, vor allem weil der Motor kalt ist, raucht der Auspuff wie ein Weltmeister.
In Rovaniemi angekommen, sehe ich das Santa Claus Village. Ich fühle mich zu alt und zu aufgeklärt für diesen Blödsinn. Rückblickend muss ich sagen, wäre ich trotzdem hineingegangen, dann hätte ich wieder die Grenze zum Polarkreis fotografieren können. Schade, dann muss ich eben die Reise noch einmal machen.
Jetzt bin ich in der Gegend wo sich die Serie “
Kaikki Synnit” abspielt, sehe aber keine Morde. Weiter geht es nach Oulu. Auf dem Weg durch eins der Dörfer kommt mir aus der Richtung Dorf ein mittelmässiger BMW entgegen, der einen 360er am Kreisel macht und wieder langsam durch das Dorf fährt. Der Fahrer sitzt cool am Steuer und hält ausschau nach irgendwas. Am Ende vom Dorf, beim nächsten Kreisel, fährt er wieder einen 360er und fährt wieder gemächlich durch das Dorf; wahrscheinlich fährt er heute noch immer hin und her.

Weiter fahre ich stundenlang und hunderte Kilometer durch Birkenwälder, es will nicht aufhören. Mit fällt auf, dass es immer mehr Häuser gibt, also rückt die Zivilisation auch näher. Weiter bemerke ich, dass, seit ich auf finnischem Boden bin, die Strasse hin und wieder extrem breit und gerade ist. Ich gehe davon aus, dass es sich um Strassen handelt, die im Ereignisfall zu Landebahnen umgewandelt werden. Die Schweiz ist also nicht das einzige Land, die solche Strassen-Landebahnen haben.
Das Auto reklamiert: Druckabfall in einem Reifen. So schlimm wird es hoffentlich nicht sein; dank Run-Flat Reifenfahre ich mal weiter; ändern kann ich sowieso nichts. Zum Glück kommt nach 20 Minuten eine Tankstelle wo ich Luft pumpe. Wieder von 1.8 Bar auf 3.5. Ich entdecke auch den Übeltäter: Eine Schraube steckt im Reifen; wie lange die wohl schon drin ist.

Mit der Zeit wird die Strasse selbst zivilisierter und verwandelt sich in eine Autostrasse, und später dann noch in eine Autobahn.
Ich muss kurz vor Helsinki sein. Da es schon dunkel ist, und eigentlich schon Sonntag kurz nach Mitternacht, begebe ich mich auf den Autobahnparkplatz bei Kerava um zu nächtigen. Bei der Vorbereitung zur Nachtruhe, hält ein Auto 5 Meter neben mir, obwohl es Platz genug gibt. Ein Typ steigt aus so gross wie ein Schrank und raucht eine Zigarette nach der anderen. Ich versuche ihn nicht zu beachten, aber aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er mich die ganze Zeit angafft. Nach 15 endlosen Minuten rast er zum Glück wieder davon. Auch sonst herrscht auf dem Parkplatz ein fast unbschreibliches Treiben.  Durch die getönten Scheiben von meinem Auto beobachte ich wie Autos anhalten, niemand steigt aus, und nach 5-10 Minuten fahren die weiter. Mit Hinblick auf den Raucher von vorhin, käme mir ein Pfefferspray nicht ungelegen; leider sind die im Norden nicht erlaubt. Beunruhigt schlafe ich ein und hoffe dass der rauchende Schrank nicht wieder kommt.

Sonntag 14.08.2022 – Helsinki

Ausser den Autos, die sich die Klinke gaben, verlief die Nacht ruhig.
Eine Blitzrecherche ergibt, dass es in Helsinki viele Sachen zum besichtigen gibt. Tips und Empfehlungen von R
eisebloggern: Wanderungen und Tagesausflüge, sowie Tips welche Cafés und Restaurants unbedingt besucht werden sollten; wie langweilig, praktisch alle Empfehlungen sind ähnlich; die kopieren sich scheinbar gegenseitig. Naja, für Wanderungen und so bin ich nicht eingestellt, und alleine finde ich das ziemlich öde. Und wenn ich mich durch alle Restaurant-Tips durchfressen müsste, bräuchte ich viel mehr Zeit und Hunger. Ich suche mir ein paar Locations raus, gehe Luft für den Reifen fassen und fahre in Helsinki ein. Da ich mit der Dachbox relativ hoch bin, finde ich doch im Zentrum eine Art City-Parking. Da passen auch kleine Lastwagen hinein. Und tatsächlich, dieser Parking ist höchstwahrscheinlich als Bunker für den Kriegsfall gedacht; ziemlich imposant. Für den Moment bedeutet dies, dass mein Auto hier abgestellt wird. In 2 Tagen sollte ich die verschiedenen Sehenswürdigkeiten abgelaufen sein.

Zu Fuss in der Stadt fallen mir die Ryde-Scooter auf, welche ich aus Oslo kenne. Das Preismodell hat sich zwar geändert, aber damit kann ich leben. Sodann nehme ich einen und Fahre zur Uspenski Cathedrali, eine schöne orthodoxe Kathedrale. Leider findet dort ein ganztägiger Gottesdienst statt und man darf nicht hinein.
Weiter geht es nach nebenan zur grossen Kirche, der Helsingin tuomiokirkko. Naja, sieht aus wie fast jede andere moderne Kirche, aber wenigstens war ich drin.

Gespannt fährt mich der Scooter zur “Rock Church”. Da ich nur den Namen gelesen habe, stelle ich mir vor, dass die was mit Rock-Musik zu tun hat, und dementsprechend dekoriert ist. Aber nix da, das ist einfach eine Kirche in Stein gehauen. Leicht enttäuscht schaue ich mir das Gebäude auch von innen an.

Es ist heiss draussen und der Scooter trägt mich weiter zum Musikmonument für Sibelius, dem Sibelius monumentti. Irgendwie abstrakt dieses Kunstwerk, soll das etwa “Musik” darstellen? Leider kann ich mit so etwas nicht viel anfangen. Deshalb gibt es rasch das Foto und weg bin ich.
Sogar der Scooter lahmt, das ist eine relativ weite Fahrt zurück ins Zentrum.
Aber, hätte ich das Laufen müssen, wäre ein kompletter Nachmittag draufgegangen.

Wieder zurück am Kauppatori betrete ich die alte Markthalle, auch das ein Tip von den Bloggern. Ausser überteuertes Essen gibt es hier nichts. Trotzdem lasse ich mich von den Sandwiches verführen und kaufe eins. Wieder draussen, beisse ich genüsslich in das Lachssandwich. Das Brot ist auch schon ein paar Stunden alt und am Rand ziemlich ausgetrocknet. Zudem reisse ich mit dem ersten Biss die ganze Tranche Lachs aus dem Brot. Drin bleibt Sauce und ein wenig Salat. Der Fisch ist zu zäh um ihn abbeissen zu können. Ich traure den 7€ nach, die ich für das Ding bezahlt habe und muss mir eingestehen in die Touristenfalle getappt zu sein. Das Brot verfüttere ich verbotenerweise den Möven die sich draufstürzen. Na dann muss etwas anderes zu Essen her.

Am Markt gibts einen Stand mit einem dicken Koch, der für 15€ ein ganzes gebratenes Lachsfilet mit ein paar Bratkartoffeln verkauft. Na das sieht doch sehr gut aus und ich beobachte sein Kochen mit Interesse. Der Schock folgt sogleich. Der Typ brät Lachs wie am Fliessband. während 10 Minuten kommt keine Bestellung rein, also wohin mit dem gebratenen Lachs der nicht sofort verkauft wird? Korrekt, in die Tonne. Er öffnet den Deckel, schmeisst mehrere Lachsfilets rein, Deckel wieder zu (Katze Lachs tot), und packt den Grill wieder voll mit frischem Lachs. In den nächsten 10 Minuten gibt es nur 2 Bestellungen für Lachs, und dann das gleiche Spiel: Deckel auf, 5 Stück unverkaufter Lachs und anderen Abfall in die Tonne, Deckel zu, Grill wieder vollpacken und weiterbraten. Absolut beschämend. Da hungere ich lieber als diese Person und sein Betrieb beim Food-Waste zu unterstützen. So etwas müsste angezeigt werden dürfen.

Im danebenliegenden Park will ich mir auf die Aufregung einen Kaffee gönnen. Aber bei 6€ pro Mini-Pappbecher vergeht auch hier die Lust auf frischen Kaffee. Auch das Eis ist unverschämt teuer. Ich geh in den Lidl…

Ich stelle fest, dass ich meine Touristenattraktionen schon alle gesehen habe, in 5 Stunden, dank der Scooter. So beschliesse ich die Fähre nach Schweden schon auf den nächsten Morgen vorzuverlegen.

Ich versuche noch die Nachmittagssonne im Park zu geniessen, laufe ein wenig durch die Stadt. Die Läden sprechen mich nicht wirklich an; nichts was es auch in der Schweiz gibt. Sogar der Preis ist ähnlich hoch. Deshalb fahre ich dann wenig später aus dem Bunker-Parking Richtung Turku.

Vor dem Lahnajärvi jammert das Auto schon wieder wegen dem Reifen. Ich nehme die Ausfahrt an die Tankstelle und Luft zu pumpen und bestelle im Restaurant daneben einen Salat. Das Bestellen auf finnisch geht ganz gut, nur ihre Folgefrage kann ich nicht beantworten und sage einfach Ja und nicke blöd. Das Essen ist sehr schön angerichtet und schmeckt auch gut. Die Teller der anderen Gäste sehen auch ziemlich edel aus. Eins der wenigen Restaurants mit normalen Preisen und wo das Essen schön ist. Danach gehts weiter nach Turku. Da es schon wieder relativ spät ist möchte ich noch etwas essen. Wie schon so oft in Norwegen und Finnland gibt es viele Lokale die verschiedenes Anbieten: Burger und Pizza und Kebab, und, und, und. Nicht einzeln, sondern in Kombinationen. Also von allem ein wenig, aber nichts rechtes. Nach längerer Suche finde ich das Slemani Kebab House. Der macht nur Kebab; keine Pizza und/oder Spaghetti und/oder Burger. Das macht mich an. Drinnen gibt es Suppe und Tee so viel man will. Der bestellte Kebab mit Fladenbrot schmeckt auch sehr gut.
Zufrieden mit dem Abendbrot, suche ich auf der Norcamp und Park4Night App einen Schlafplatz in der Nähe der Fähre. Nach kurzer Suche fahre ich dorthin, und sehe dass ich nicht alleine bin, was ja auch ganz gut ist. Nicht dass der Typ vom Vorabend wieder auftaucht.

Montag 15.08.2022 – Fähre nach Schweden

Schon früh bin ich auf den Beinen, denn ich will das Schiff nicht verpassen. Also rasch in den Lidl Frühstück kaufen. Auf dem Parkplatz treffe ich nicht nur einen Landsmann, sondern fast schon ein Nachbar. Auch er ist auf der Heimreise. Sein Auto sticht ziemlich aus der Menge heraus. Wir tauschen uns kurz aus und fahren dann zur Fähre. Während der Wartezeit frühstücke ich gemütlich und benutze meine Motorhaube als provisorischer Tisch. Dann geht auch schon ins Schiff.

Geiler Toyota Land Cruiser, schwarz-matt lackiert und auf Off-Road getrimmt
Geiler Toyota Land Cruiser, schwarz-matt lackiert und auf Off-Road getrimmt
Fähre von Turku nach Kapellskär
Fähre von Turku nach Kapellskär

Die Überfahrt dauert mehr als 8 Stunden und ich komme mit Deutschen LKW-Fahrer ins Gespräch die an der Power Truck Show waren. Gegen Mittag läutet die Essensglocke und ich folge den Deutschen zum Buffet. Es ist reichhaltig und lädt zum Essen ein. Vor allem hat das Fährticket 70€ gekostet, inklusive Essen. Das ist toll, wenn man bedenkt, dass die Fähre von Deutschland nach Dänemark 100€ kostet, für 45 Minuten, selbstverständlich ohne Essen. Es ist alles sehr gut, und das Dessert, ein Schokoeis, ist auch schnell weg bei so vielen Personen.
Nach dem Essen gehts aufs Deck wo ich mich auf eine Bank lege und versuche zu schlafen. Internet gibt es auch keins. Gegen Abend, vor Ankunft gibt es nochmals eine Mahlzeit. Ich fülle mir den Bauch nochmals, denn es ist zu gut  um nicht hinzugehen.

In Kapellskär angekommen suche ich die nächste Tankstelle und tanke voll. Weiter gehts nach Stockholm wo ich noch ein paar Sachen, wie Tee und kleiner Proviant einkaufe. Dann fahre ich in Richtung Malmö und muss um Mitternacht einen Rastplatz aufsuchen zum Schlafen.

Dienstag 16.08.2022 – Nord-Süd durch Deutschland

Die Nacht verlief sehr ruhig und um 06:30 geht es gemächlich weiter.
Gegen Mittag bin ich in Landskrona, wo ich das Restaurang Basilika besuche, wo es zufälligerweise ein asiatisches Mittagsbuffet gibt. Ich bin entzückt, die Kritiken im Internet weniger, aber das ist mir egal. Von meiner Seite aus, kann ich dies nur weiterempfehlen.
Gegen 14:30 und nach einem Nickerchen, finde ich mich in Malmö wieder und tanke wieder voll, denn eine Durststrecke naht. Es geht weiter nach Dänemark, diesmal ohne investigative Zollkontrolle; dies gibt es wohl nur in Richtung Schweden, aber nicht in Gegenrichtung. Die Fahrt über die Øresundsbron geniesse ich. Im Gespräch mit dem Schweizer, hatte er mir erzählt, er würde die Landroute durch Dänemark nach Deutschland nehmen. Also entschliesse ich mich auch dafür. Was er kann, kann ich auch. Ganz unspektakulär geht es weiter Richtung Westen über Odense und Kolding nach Flensburg, wo ich nach 18:00 ankomme und den bereits wieder leeren Tank befülle. Die Reifen haben immer noch genug Luft; ich denke die Schraube ist nun so weit drin, dass sie das Loch gut verschliesst.
Weiter geht es nochmals 7 Stunden, inklusive Stau um Hamburg, bis zu einem Autohof in Staufenberg. Dort wird wieder Energie getankt, für mich und fürs Auto.

Mittwoch 17.08.2022 – Coming home

Wieder eine ruhige Nacht. Aber am Morgen regnet es kräftig. Ein paar Parkplätze weiter sehe ich den einen Deutschen von der Fähre. Zwar winke ich “Hallo”, aber ich glaube er schläft noch, mit offenen Augen.
So gehts dann um 07:00 weiter. Nach Mittag komme ich endlich in Lindau an, da heisst es ab von der Autobahn, denn für die wenigen Kilometern in Österreich fehlt mir das Pickerl. Es folgt der mühsame Weg über die Baustelle über Bregenz und Hard. Danach überfahre ich die Grenze in St. Margrethen. 70 Minuten später komme ich dann endlich zu Hause an. Seit Malmö war die Rückfahrt absolutst, ausser der gelben Motorleuchte, die ich nur noch ignoriert habe.

Rest der Woche

Endlich duschen! Was für eine Wohltat. Während der Zeit im Norden habe ich mich mit kaltem Wasser aus dem Fluss und dem Eismeer abgespült.

Der Reifen wird am nächsten Tag repariert; es wird sich herausstellen, dass es tatsächlich nur eine Schraube ist, 3×20.

Für die gelbe Motorleuchte wird mir das so erklärt: Je nach Benzin, kann dies mehr oder weniger schlechte Zusätze enthalten. Der Klopfsensor reagiert dabei sehr empfindlich. Defekt ist aber nichts.
Nachtrag: Seit dieser Reise leuchtet die Motorlampe immer wieder, je nach dem wo ich Benzin tanke. Tanke ich “besseres” Benzin, erlischt die Lampe nach einem viertel Tankverbrauch wieder.

Alles in allem, eine coole Reise. Beim nächsten Mal werde ich vielleicht andere Sachen anschauen. Die Fahrerei war nur durch Deutschland ziemlich öde, im Norden aber sehr angenehm, eventuell auch dank der Mitternachtssonne.
Am Ende des Trips sind doch knapp 10’000 km auf den Tacho hinzugekommen.

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