Samstag 15.06.2024: Roadtrip nach Amnéville (F)
Zufälligerweise war ich einige Tage vorher im Internet über dieses Festival gestolpert. Die Webseite hat das Event gut präsentiert. Also hatte ich mich kurzfristig entschlossen dorthin zu fahren. Nach einer kurzen Routenplanung war ich dann auch losgefahren. Das Navi im Auto zeigt zwar nur 4h und 45′ an; die sind relativ rasch abgespult. Denkste … Die Strecke zieht sich wegen Samstagsstau und Baustellen künstlich in die Länge.
Ich habe gar nicht auf die Uhr geschaut und bin trotzdem angekommen. Der Parkplatz ist riesig, aber ich wähle eine einsame Stelle unter den wenigen Bäumen. Zum Festival sind es nur wenige Schritte. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass der Eintritt frei ist; alle sind willkommen. Es laufen aber nur ganz wenige Piraten, aber dafür umso mehr im Steampunk Stil herum. Die Mehrheit der Besucher sind aber in “zivil”, oder eben nur Menschen, die durch den Park laufen wollen und gar kein Interesse am Festival haben.
An den Ständen wird viel handgefertigtes verkauft wie Schmuck, Kopfbedeckungen, ganz selten Lederwaren, und “Hydromel” was in etwa verwässerter Mead ist. Da ich noch lange fahre, möchte ich keinen probieren. Ich geben mir zwar Mühe fast alles anzuschauen, aber nach 20 Minuten habe ich jeden Stand gesehen, denn so viele hatte es nicht.
Der beste Stand hat definitiv die nette Dame mit ihrem Heu in verschiedenen Varianten: Heu-Tee, Heu-Bonbons, Gebäcke. Ich entscheide mich für Heu-Gelée als Brotaufstrich.
Das Highlight des Festivals ist das Piratenschiff; also mehr ein Holzaufbau der ein Schiff darstellt.
Auf einer weiteren, wirklich kleinen Fläche spielt eine Live-Band, zusammengestellt aus lokalen Musikern. Ich genehmige mir einen Hamburger mit Allem und dazu Pommes. Während ich am Essen bin hält ein offizieller Stadtvertreter eine kleine Rede, dann geht die Musik weiter. Die Band spielt weder Piratenlieder, noch etwas anderes was zum Thema passen würde.
Da einfach nichts stimmt mit diesem “Festival”, laufe ich zum Auto zurück und fahre enttäuscht nach Hause.
Im Nachhinein wird mir klar, dass für die Franzosen ein “Festival” etwas ganz anderes bedeutet als für Schweizer. Und da kein Eintritt verlangt wurde, hatten die auch gar nichts zu bieten, und die Menschen, die einfach mal so durchgelaufen sind, ohne jegliches Interesse am Festival zu haben, verliehen dem “Festival” einen Touch von Karneval.


